Buchrezension: Therapeutisches Zaubern® in Arztpraxen und Krankenhäusern

Die Angst vergeht, der Zauber bleibt Anna-Elisabeth Neumeyer
Die heilsame Wirkung von Zauberei, Hypnose und Magie


Es ist schon ein ganz eigenes Gefühl, wenn man das Wort „Zauberei“ liest und es bei sich wirken lässt.

Vielleicht verspürt man es nicht sofort, da man gerade als Erwachsener diese
„Spielereien“ schon seit langem in eine nun verstaubte Kiste versperrt und nicht in Reichweite aufbewahrt hat.
Aber spätestens nach Lesen dieses Buches taucht dieses Gefühl schon im 1. Kapitel langsam aber doch, wieder auf.

„Die Angst vergeht, der Zauber bleibt“ ist ein Sachbuch-Ratgeber und ist 2016 beim Mabuse- Verlag GmbH erschienen.

Es ist etwas Magisches, nicht Fassbares und zugleich unglaublich Faszinierendes.
Diese ganz bestimmt gewählte Wortwahl die man damit verbindet, eine angenehm mystische Atmosphäre und etwas Undefinierbares, dass das innere Kind in einem neugierig macht.

Die Assoziationen der Glücksbringer, Hufeisen oder Schweinchen sind nicht weit hergeholt und geben Erwachsenen die Möglichkeit schneller wieder in das Reich dieser zauberhaften Welt zu finden.

Es sind oftmals die einfachen Rituale, die uns in schwierigen Situationen nicht nur ablenken, sondern auch beruhigen. Sie schaffen Sicherheit und können Situationen nicht nur in positive verwandeln, sondern auch für Zukünftige(s) heilsam wirken.

Durch die im Buch beschriebenen Erfahrungswerte und Fallbeispiele findet man nicht nur schnell einen Zugang, es berührt einen ganz schnell tief im Herzen und löst eine unglaubliche Freude und gleichzeitigen Drang aus, sowohl Kinder, als auch Erwachsene zu verzaubern.

Der Inhalt des Buches ist gut aufbereitet, die Sprache, Argumentation flüssig und nachvollziehbar, ebenso durch die Ausdrucksformen wirklich herzlich zauberhaft.

Gerade für die Praxis im therapeutischen Setting, z.B. auch für die öfters beschriebenen Zahnarztsituationen gibt es liebevolle Tipps und Tricks, die mit schönen praktischen Anwendungen und beschriebenen Erfahrungen verknüpft sind und die Lust des Ausprobierens im Fortlauf des Lesens steigen lässt.

Elemente des Therapeutischen Zauberns

Besonders beeindruckend und ein wirklich nützliches Kapitel mit dem Punkt der „Zauberhaften Stimmung“, bei der es darum geht, wie das Therapeutische Zaubern® durch Sprache und einer magischen Atmosphäre unterstützt wird, finde ich besonders hilfreich.

Es wird angeführt wie unterschiedlich ein einziges Wort, je nach Kontext, ausgesprochen wirken kann und das wiederum gibt dem Leser, meiner Meinung nach, ein Gefühl welche Wortwahl automatisiert im eigenen Klientenkontakt verwendet und vielleicht dort in weiterer Zukunft ersetzt gehört.

Die angeführten Fallbeispiele sind gängig, die Hilfestellungen leicht verständlich und in ein eigenes Setting gut umsetzbar.

Ein Beispiel dazu:

„Die Aussagen –Du bekommst jetzt eine Spritze- oder –Sie bekommen eine Betäubung- beziehen sich auf den ganzen Menschen. …Sie können Ihre Aussagen präzisieren und die betreffenden Körperteile ansprechen. …Die Formulierung –Wir lassen deinen Fuß jetzt einschlafen- oder –Wir legen jetzt Ihre hinteren Backenzähne schlafen- machen weniger Angst.

Zauberrituale

Mein wohl liebstes Kapitel, geprägt durch „Stärkungsrituale“, „Zutatenliste für das magische Zaubertrankregal“ oder aber das „Ich schaff’s Blatt“ das auf viele verschiedene Bereiche adaptiert werden kann und eine Hilfestellung sowohl für Patient, als auch Therapeut darstellt.

Es geht, wie in meiner Arbeit als Therapeutin der systemischen Familientherapie so oft um den Perspektivenwechsel und die Sicht des einzelnen Patienten.

Für Ärzte und Therapeuten ist vieles schon so automatisiert, dass oft vergessen wird, wie es aus der Sicht des „am Stuhl liegenden“ wirken könnte oder sich tatsächlich anfühlt. Es ist eine tolle Möglichkeit, seine Arbeit an sich neu zu strukturieren und wieder zauberhaftes Leben für alle Beteiligten einfließen zu lassen, als auch die Heilungschancen und den Weg dahin, qualitativ zu beschleunigen.

Die Zauberkunststücke – praktische Anleitungen

Die Idee ist gut und auch, dass die im Buch verwendeten Zauberkunststücke in einem eigenen Kapitel angeführt werden.

Ich persönlich würde mir ein eigenes Praxisbuch von Anna-Elisabeth Neumeyer wünschen – mit dazugehörigen und besser vorstellbaren Illustrationen.

Oftmals ist es für mich als Leser nicht ganz verständlich und auch beim 2. Mal lesen nicht realisierbar, was dazu führt, dass ich sie nicht umzusetzen kann, jedoch der Wunsch nach einer persönlichen Verzauberung in einem Seminar der Autorin steigt, der jedoch bei Hälfte des Buches schon ausgereift ist.

Ich würde ganz klar eine Kaufempfehlung geben.

Dieses Buch ist sowohl für Ärzte und Therapeuten geeignet, aber genauso für alle Menschen, die besonders mit Kindern, aber auch Erwachsenen im Pflege- und Betreuungskontext arbeiten.

Es lässt einen Einblick in einen vergessenen, zauberhaften Arbeitsalltag eintauchen und vermittelt weitläufige Möglichkeiten für einen gelingenden Patientenkontakt, gerade im Kontext mit schwierigeren Ausgangssituationen und (Vor-)belastungen sowohl bei den Klienten selbst, als auch deren mitwirkendes Umfeld.

Nicht nur, dass ich mir persönlich in meinen vergangenen Krankenhausaufenthalten als Kind ein wenig Zauberei gewünscht hätte, damit die Schmerzen weniger werden, die Zeit schneller läuft oder aber auch, dass meine Mutter das Gefühl von Entlastung erfahren hätte.

Ich finde, dass es in der Verantwortung eines jeden Praktizierenden liegt, den kranken und/oder leidenden Menschen, ob jung oder alt, durch unser Tun und Handeln die Wirkung von Feenstaub erleben zu lassen.

Vielen Dank für das Rezensionsexemplar vom Mabuse – Verlag.

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